Krankenversicherung - Das solltest du beachten

Krankenversicherung - Das solltest du beachten

Lesedauer: 6 Minuten

In Deutschland gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten wie Du dich krankenversichern kannst. Dass beide Systeme Vor- und Nachteile haben ist klar. Der Begriff 2- Klassenversorgung ist in diesem Zusammenhang häufig genannt. Aber was ist wirklich daran? Wie sind die Vor- und Nachteile und was musst Du beachten?

Mehr über private Krankenversicherung

 

Gesetzliche Krankenversicherung

 

Zunächst sollte betrachtet werden wer sich überhaupt privat krankenversichern kann.

Angestellte die mehr als 60.750€ im Jahr verdienen
Beamte 
Selbstständige
Studenten (zu Beginn des Studiums entscheiden)
Spezielle günstige Studententarife empfehlenswert besonders bei Kindern von Beamten



Vorteile gesetzliche Krankenversicherung Nachteile gesetzliche Krankenversicherung
Regelversorgung, für alle gleich Beiträge richten sich nach dem Einkommen
Kostenfreie Familienversicherung Beiträge entwickeln sich schnell und schleichend
Möglichkeit der Zusatzabsicherung für bessere medizinische Versorgung Für Zusatzabsicherung werden zusätzlich hohe Kosten fällig
Versicherungsschutz unterscheidet sich bei den meisten Gesellschaften kaum Lange Wartezeiten beim Arzt
Jeder hat Zugang zur GKV 2. Klassenversorgung
Keine Prüfung des Gesundheitszustandes hohe Kosten für die KV, da viele Kranke versichert sind
  Viele Leistungen müssen privat gezahlt werden

 

Vorteile private Krankenversicherung Nachteile private Krankenversicherung
Leistung kann individuell bestimmt werden Gesundheitsprüfung
Möglichkeit auf beste medizinische Versorgung Beiträge im Alter
Einsteigertarife meist günstiger als GKV Versichererwechsel schwierig
Kosten unabhängig vom Einkommen Familie muss eigenständig versichert werden
Bildet Altersrückstellungen Nicht jeder darf sich privat versichern
Beitragsrückerstattung  
Weltweiter Schutz möglich  
Gesundheitsprüfung, um Preisstabilität zu gewährleisten  

 

Abhängig von der Berufsgruppe ergibt sich auch eine andere Ausgangssituation für die Krankenversicherung:
Angestellte: Da der Arbeitgeber hier 50% des Beitrages bis zu 352€ p. M. Dazu gibt, kann hier eine Beitragsrückerstattung sinnvoll sein, da der Angestellte diese voll erhält und dem Arbeitgeber hiervon nichts zusteht.
Beamte: Bei Beamten stehen abhängig von der familiären Situation und des Familienstandes ein Beihilfeanspruch zwischen 50-70% zur Verfügung. Das bedeutet, dass nur eine Absicherung in Höhe von 30%-50% der Kosten übernommen werden muss. Das ist in der privaten Krankenversicherung möglich, in der gesetzlichen musst Du dich voll versichern.
Selbstständige: Bei Selbstständigen wird der Beitrag vollständig selber gezahlt, deshalb ist es hier sinnvoll, dass der Beitrag mit einer Selbstbeteiligung versehen wird, da der monatliche Beitrag dann geringer wird und nur Kosten anfallen wenn diese wirklich verursacht worden. Die Selbstbeteiligung hat ebenfalls den Vorteil, dass nicht jede kleine Rechnung eingereicht wird und somit eine Beitragsrückerstattung ebenfalls wahrscheinlicher wird.
Studenten: Für Studenten gibt es günstige Einsteigertarife, die so nicht wesentlich teurer als die Studentische Krankenversicherung ist. Wichtig für Studenten zu Beachten ist, welches Einkommen nach dem Studium angepeilt wird, wie die Krankenkassen und Berufssituation der Eltern ist und wie wichtig einem das Thema Gesundheit generell ist. Besonders bei Kindern von Beamten sind diese Tarife sehr gering, da meist noch ein Beihilfeanspruch besteht.

In der privaten Krankenversicherung kann auf die jeweilige Situation sehr genau eingegangen werden, in der gesetzlichen Krankenversicherung ist nur die Einheitslösung möglich, die nicht für jeden optimal ist. Da jede Gesellschaft hier jedoch vollkommen unterschiedliche Ausgestaltungen hat, ist ein unabhängiger Vergleich unausweichlich.


Außer diesen Vor- und Nachteilen gibt es noch einige zusätzliche Dinge zu beachten.

In der privaten Krankenversicherung hat man ähnlich wie bei den Krankenzusatzversicherungen die Möglichkeit genau die Leistung zu versichern die Du dir wünschst.
Hier gibt es die unterschiedlichsten Tarife die nach belieben kombiniert werden können, weswegen dieses Thema extrem komplex ist und unbedingt mit einem Experten abgesprochen werden muss.

Ambulante Zusatzleistungen:
- ambulante Behandlungen die nicht in der Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten sind, z.B. Therapeuten, Heilpraktiker...
- volle Übernahme der Medikamenten und Hilfsmitteln, Schutzimpfungen
- freie Arztwahl
- weltweiter Versicherungsschutz
- Erstattungen für Sehhilfen oder Hörgeräte

Stationäre Zusatzleistungen:
- freie Krankenhauswahl
- Ein- oder Zweibettzimmer
- Chefarztbehandlung
- Transportkostenerstattung
- Krankenhaustagegeld

Zahn- Zusatzleistungen:
- Kostenübernahme bei Prophylaxemaßnahmen (Zahnreinigung
- Kostenübernahme beim Zahnersatz
- Kostenübernahme bei Kieferorthopäde
- Implantate, Inlays

Krankentagegeld
Generelle Kostenübernahme über der Gebührenordnung der GKV


Beitragsentwicklung im Alter
Häufig wird die Beitragsentwicklung der privaten Krankenversicherung kritisiert, da wenn diese erhöht werden, es große Sprünge um z.B. 30-50€. (Dies hängt stark von den Kalkulationen der Krankenversicherungen ab, weswegen ein Vergleich zu Abschluss des Tarifes extrem wichtig ist). In der PKV werden Altersrückstellungen gebildet. In der gesetzlichen Krankenversicherung werden im Gegensatz hierzu die Beiträge schleichend und laufend erhöht. Hier hat sich der Beitragssatz in den letzten Jahren stark verändert, genau so wie die Bezugsgröße, auf die der Beitragssatz angewendet wird.

In der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es einen Leistungskatalog, wo genau festgeschrieben ist wie viel für eine gewisse Behandlung gezahlt wird. Dies entspricht nicht unbedingt den entstandenen Kosten weshalb bei vielen Behandlungen dazu gezahlt werden muss. Des Weiteren gibt es ein gewisses Budget was innerhalb eines Quartals pro Patienten zur Verfügung steht. Ist dieses erschöpft erhält der behandelnde Arzt kein Geld mehr von der Krankenkasse, weswegen teilweise Medikamente nicht mehr verschrieben werden können oder Behandlungen erst in das nächste Quartal verschoben werden.

Dies kann in der privaten Krankenversicherung nicht passieren, hier ist es im Gegensatz so, dass Privatpatienten deutlich früher einen Termin bekommen, da der Arzt hier ein mehrfaches des Betrages eines gesetzlich Krankenversicherten abrechnen kann. Des Weiteren kann der Arzt hier genau die Kosten abrechnen die angefallen sind. Daher wird ein Privatpatient auch nicht durch gewunken sondern es wird sich mehr Zeit für ihn genommen.

Fazit:

 

Private Krankenversicherung

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