Dienstunfähigkeitsversicherung

Für Beamte gestaltet sich die Arbeitskraftabsicherung anders, als für Angestellte oder Selbstständige.
Wenn Beamte durch Ihren Dienstherren aus dem Dienst entlassen werden, kann man hier durch eine Klausel einschließen, dass das Versicherungsunternehmen auf eine Prüfung des Gesundheitszustandes verzichtet und das Urteil des Dienstherren einfach anerkannt wird.  

Der Tätigkeitsbereich von Beamten ist sehr breit gefächert. Von Verwaltungstätigkeiten bis hin zum Einsatz an extremen Gefahrenorten ist alles mit dabei. Diese unterschiedlichen Gegebenheiten müssen sich unbedingt in den vertraglichen Bedingungen einer Dienstunfähigkeitsversicherung wiederspiegeln, damit Sie im Leistungsfall nicht im Regen stehen.

Aus diesem Grund haben wir für Sie für die unterschiedlichen Berufe folgende Artikel verlinkt:

Bei der Dienstunfähigkeitsabsicherung ist es sehr wichtig, dass die Versicherungsbedingungen richtig formuliert sind.
Es wird unterschieden zwischen einer unechten und einer echten Dienstunfähigkeitsklausel.

Inhaltsverzeichnis:

Was ist eine Dienstunfähigkeit?

Dienstunfähigkeit liegt vor, wenn ein Beamter aufgrund des körperlichen Zustandes oder aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft unfähig ist seine Dienstpflichten auszuüben. Ebenfalls können hierzu Beamte zählen, die innerhalb der letzten sechs Monaten drei Monate lang keinen Dienst ausüben konnten und sich innerhalb der nächsten sechs Monate der Zustand voraussichtlich nicht verbessern wird.

Dienstunfähigkeit vs. Berufsunfähigkeit

Hier kommt es darauf an, unter welchen Bedingungen der Versicherer die monatliche Rente ausbezahlt. Bei der Dienstunfähigkeit reicht die Versetzung in den Ruhestand aus gesundheitlichen Gründen aus, damit die monatliche Rente gezahlt wird. 
Im Gegensatz dazu wird bei der Berufsunfähigkeit von einem Arzt geprüft, ob Sie zu 50% in Ihrem Beruf eingeschränkt sind. Somit kann es passieren, dass Ihr Dienstherr Ihnen den Job nicht mehr zutraut und Sie aus dem Dienst entlässt, Sie laut Versicherungsbedingungen jedoch noch nicht Berufsunfähig sind. Viele Berufsunfähigkeitsversicherer behalten sich ebenfalls vor, nach einer gewissen Zeit noch einmal zu prüfen ob die Beeinträchtigung immer noch genau so besteht, mit einer Dienstunfähigkeitsklausel umgehen Sie dies komplett.

Echte vs. Unechte Dienstunfähigkeit

Eine unechte Dienstunfähigkeitsklausel besagt, dass ein Beamter, der aufgrund von gesundheitlichen Beeinträchtigungen in den Ruhestand versetzt wird, automatisch die Leistung aus der Dienstunfähigkeitsversicherung erhält. Somit sind nur Beamte auf Lebenszeit abgesichert.

Bei einer echten Dienstunfähigkeitsklausel, leistet die Dienstunfähigkeitsversicherung sowohl wenn Sie in den Ruhestand versetzt werden, als auch wenn Sie entlassen werden. Dadurch sind hierbei auch Beamte auf Widerruf und Beamte auf Probe abgesichert.

Benötige ich als Beamtenanwärter schon eine Absicherung?

Beamtenanwärter, Beamte auf Probe und Beamte auf Widerruf haben eine weitaus größere Versorgungslücke, da Sie innerhalb der ersten 5 Dienstjahre noch keinen Anspruch auf Ruhegehalt haben.

Hier können je nach Laufbahn verschiedene Absicherungshöhen gewählt werden. (einfacher/mittlerer Dienst: 1200€, gehobener Dienst: 1500, höherer Dienst: 1800€)

Nach 5 Dienstjahren (inklusive Anrechnung des Status Beamter auf Probe) besteht ein Anspruch auf Ruhegehalt. Zu diesem Zeitpunkt sollte die Versorgungslücke noch einmal geprüft werden und die Lücke an die neue Situation angepasst werden. Durch eine gute Dienstunfähigkeitsversicherung können Sie selbst eine vom Dienstherren angeordnete Verweisung umgehen und erhalten somit Ihre Bezüge weiterhin.

Ruhegehalt

Als Ruhegehalt wird die Versorgung bezeichnet die ein Beamter nach Versetzung in den Ruhestand aus gesundheitlichen Gründen erhält. Der Höchststand des Versorgungsanspruches liegt bei knapp über 70%, welcher nach 40 Jahren erreicht ist. Dementsprechend passt sich auch das Ruhegehalt an. Je früher Sie dienstunfähig werden, desto niedriger ist somit auch ihr Ruhegehalt.

Die Unterschiedlichen Phasen der Dienstunfähigkeit

1. Lücke - Auszubildender, Beamter auf Probe und Beamter auf Widerruf

Als Auszubildender, genauso wie als Beamter der noch keine vollen fünf Dienstjahre absolviert hat, haben Sie bei Dienstunfähigkeit noch keinen Anspruch auf Ruhegehalt. Bei einer Dienstunfähigkeit werden Sie aus dem Dienst entlassen und stehen somit ohne Job und ohne Einkommen da.
Da keinerlei Absicherung besteht, ist die Lücke hier besonders groß. Hier besteht das nächste Risiko, da viele Gesellschaften nur bei einer Versetzung in den Ruhestand, jedoch nicht bei einer Entlassung aus dem Dienst zahlen. Damit Sie auch als Beamtenanwärter gut abgesichert sind, sollten Sie unbedingt auf eine echte Dienstunfähigkeitsklausel achten.

2. Lücke - Beamter auf Lebenszeit (Nach fünf vollendeten Dienstjahren)

Bei einer Dienstunfähigkeit haben Sie einen Anspruch auf Ruhegehalt. Dadurch ist Ihre monatliche Versorgungslücke nicht mehr so groß wie in der ersten Phase. Ihre Absicherung sollte daher auch angepasst werden, da sonst Geld verschenkt wird. Ihr Ruhegehalt steigt während Ihrer Beamtenlaufbahn genauso wie Ihre Pension an.
Sind Sie noch relativ jung, ist die Lücke somit recht groß. Im Alter steigt das Risiko aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst auszuscheiden weiter an.

3. Lücke - Pensionslücke

Ihre Pension bemisst sich an Ihren Dienstjahren. Dadurch, dass Sie bei einer Dienstunfähigkeit vorzeitig in den Ruhestand versetzt werden, erhöht sich auch Ihre Pension nicht mehr. Somit haben Sie nicht nur während der Zeit in der Sie nur das Ruhegehalt erhalten eine Lücke, sondern auch eine enorme Lücke, wenn Sie dann tatsächlich in Pension gehen. Junge Beamte können diese Lücke aufgrund der langen Zeit noch mit kleinem Aufwand schließen. Je älter Sie werden, desto schwieriger wird es diese zu schließen, jedoch ist hier eine genaue Analyse mehr als empfehlenswert.

Wie gehe ich mit bestehenden Vorerkrankungen um?

Vorerkrankungen müssen natürlich wahrheitsgemäß angegeben werden. Sollten Sie dies nicht tun, tun Sie lediglich sich selbst keinen Gefallen damit, da die Gesellschaft im Leistungsfall die Zahlung verweigert. Jede Gesellschaft geht mit bestehenden Vorerkrankungen unterschiedlich um. So kann es zum Beispiel passieren, dass bei einer Allergie Gesellschaft A den Vertrag unter Normalbedingungen annimmt, Gesellschaft B einen Risikozuschlag von 25% vereinbart und Gesellschaft C die Allergie komplett ausschließt.
Daher sollte wie bei jeder Versicherung mit Gesundheitsfragen unbedingt vorher eine Risikovoranfrage bei den unterschiedlichen Gesellschaften gestellt werden.

Die wichtigsten Klauseln haben wir noch einmal zusammengefasst

Keine zeitliche Einschränkung der DU Klausel

Manche Versicherungsgesellschaften haben zwar auf eine Dienstunfähigkeitsversicherung, halten sich jedoch offen, dass Sie noch einmal nach Berufsunfähigkeits-Kriterien prüfen dürfen. Durch diese Klausel hat die Dienstunfähigkeit somit Berufsunfähigkeits- und nicht Dienstunfähigkeitsqualität!

Teildienstunfähigkeit

Der Dienstherr hat die Pflicht zu prüfen, ob Sie nicht noch teilweise Ihren Dienst ausüben können. Damit Sie auch in diesen Situationen Ihren Lebensstandard halten können, ist eine Teildienstunfähigkeit unbedingt mit abzusichern. Hier unterscheiden die Gesellschaften sich untereinander. Manche Gesellschaften zahlen erst ab 50% Einschränkung gezahlt, andere schon ab 20%.

Verzicht auf konkrete Verweisung

Viele Versicherer stellen die Zahlung ein, wenn Sie einen anderen Job annehmen. Durch die Klausel wird jedoch darauf verzichtet und die Gesellschaft zahlt die monatliche Rente solange sie Versorgungsbezüge erhalten.

Beitragsdynamik

Das Recht die Beiträge genauso wie die monatliche Rente ohne Gesundheitsprüfung zu erhöhen um den Kaufkraftverlust auszugleichen sollte heute unbedingt in jeden Vertrag miteingeschlossen werden. Die Anpassung kann auch ausgesetzt werden.

Garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall

Hier wird im Gegensatz zur Beitragsdynamik, nicht vor dem Leistungsfall die monatliche Rente erhöht, sondern wenn der Leistungsfall schon eingetreten ist. Der Versicherer verpflichtet sich somit Ihre monatliche Rente jedes Jahr anzupassen.

Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung

Die Nachversicherungsgarantie ist eine unverzichtbare Klausel. Sie erhalten das Recht Ihre Dienstunfähigkeitsrente anzupassen, wenn sich Ihre private Situation durch ein Ereignis ändert.
Bei den meisten Gesellschaften eingeschlossen sind:

  • Heirat

  • Kinder

  • Erwerb einer Immobilie

Ebenfalls wichtig, jedoch nur bei wenigen Gesellschaften vorhanden:

  • nach Besoldungserhöhung durch Beförderung

  • Scheidung

  • Änderung der Gesetze zur Beamtenversorgung

  • Nachversicherung bei Ausscheiden aus dem Beamtenverhältnis und Wechsel in die Privatwirtschaft

Beruf und Leistungsdauer

Abhängig von Ihrem Beruf und der Gesellschaft bei der Sie Versicherungsschutz beantragen, kann es sein, dass Sie lediglich unzureichenden Schutz erhalten können. So kann ein Streifenpolizist bei vielen Gesellschaften nur einen Versicherungsschutz bis zum 55. Lebensjahr erhalten, wodurch in den letzten Jahren vor der Pension keine Rente mehr gezahlt wird und wieder eine Lücke entsteht. 

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