Dienstunfähigkeitsversicherung für Polizisten

Dienstunfähigkeitsversicherung für Polizisten

Polizisten stehen in der Öffentlichkeit und haben täglich mit schwierigen Situationen zu tun. Neben körperlichen Belastungen haben Sie auch mit psychischen Belastungen zu tun, da oft in Sekundenschnelle entschieden werden muss und eine falsche Entscheidung fatale Folgen haben kann. Im Gegensatz zu Beamtenanwärtern die bei Dienstunfähigkeit noch gar keine Versorgung erhalten, ist es auch für Beamte auf Lebenszeit immer interessanter sich gegen Versorgungslücke abzusichern. Durch Reformgesetze und die dadurch einhergehende Senkung des Ruhegehaltes kann der Lebensstandard ohne Absicherung nicht aufrechterhalten werden.

Inhaltsverzeichnis:

 

Belastungen mit denen ein Polizist täglich zu kämpfen hat:

  • Tod oder Verletzung eines Kollegen

  • Anfeindungen der Bürger

  • Steigende Gewalt gegenüber Polizisten

  • Psychisch belastende Situationen, bei denen Unschuldige oder Kinder zu Schaden kommen

  • Gefühlte Nutzlosigkeit der eigenen Arbeit

  • Belastung durch die fehlende Verurteilung von Straftätern

  • Schlechte Ausstattung

  • Öffentliche Kritik

  • Wechselschichten

  • Überlastung durch Überstunden

 

Häufigsten Ursachen für eine Dienstunfähigkeit bei Beamten

Berufsunfähigkeit oder Dienstunfähigkeit als Polizist?

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird immer durch ärztliche Gutachten geprüft, ob Sie in Ihrem Job als Polizist zu mindestens 50% eingeschränkt sind. So eine Prüfung nimmt oft eine gewisse Zeit ein und es kann sein, dass der Arzt zu einem anderen Ergebnis kommt als Ihr Dienstherr.
Bei einer Dienstunfähigkeitsversicherung hingegen, reicht alleine die Versetzung in den Ruhestand aus gesundheitlichen Gründen aus, damit die Rente ausbezahlt wird. 

Besonders wichtig für Polizeibeamte ist eine spezielle Dienstunfähigkeitsversicherung mit einer „Polizeiklausel“. Wenn ein Polizist nicht mehr für den speziellen Polizeivollzugsdienst für tauglich befunden wird, wird er entlassen und erhält ohne diese Klausel im schlimmsten Fall nicht einmal eine monatliche Rente.

Beispiele für eine Spezielle Dienstunfähigkeit:

  • Dauerhafte Beeinträchtigung des Schießfingers

  • Dauerhafte Beeinträchtigung des Knies (z.B. nach einem Kreuzbandriss)

  • Rotgrünsehschwäche

  • Adipositas

  • Psychische Erkrankungen die sich auf den Außendienst jedoch nicht auf den Innendienst beziehen

Benötige ich in der Ausbildung bzw. als Beamtenanwärter schon eine Absicherung?

Ganz besonders Polizisten die noch keine vollen fünf Dienstjahre hinter sich haben benötigen unbedingt eine Dienstunfähigkeitsversicherung, da hier noch kein Anspruch gegenüber dem Dienstherren besteht. In diesem Fall werden Sie aus dem Dienst entlassen und erhalten keinerlei Ruhegehalt. 
Selbst wenn Sie die fünf Jahre bereits gearbeitet haben, ist Ihr Ruhegehalt noch relativ gering. Daher ist eine Absicherung besonders für junge Polizisten unverzichtbar. Je früher Sie Dienstunfähig werden, desto geringer fällt Ihr Ruhegehalt aber auch Ihre Pension im Alter aus. Das heißt, dass Sie nicht nur während Ihrer aktiven Zeit, sondern auch im Pensionsalter eine große Versorgungslücke haben werden.

Die Unterschiedlichen Phasen der Dienstunfähigkeit

1. Lücke - Auszubildender, Beamter auf Probe und Beamter auf Widerruf

Als Auszubildender, genauso wie als Beamter der noch keine vollen fünf Dienstjahre absolviert hat, haben Sie bei Dienstunfähigkeit noch keinen Anspruch auf Ruhegehalt. Bei einer Dienstunfähigkeit werden Sie aus dem Dienst entlassen und stehen somit ohne Job und ohne Einkommen da.
Da keinerlei Absicherung besteht ist die Lücke hier besonders groß. Hier besteht das nächste Risiko, da viele Gesellschaften nur bei einer Versetzung in den Ruhestand, jedoch nicht bei einer Entlassung aus dem Dienst zahlen. Damit Sie auch als Beamtenanwärter gut abgesichert sind sollten Sie unbedingt auf eine echte Dienstunfähigkeitsklausel achten.

2. Lücke - Beamter auf Lebenszeit (Nach fünf vollendeten Dienstjahren)

Bei einer Dienstunfähigkeit haben Sie einen Anspruch auf Ruhegehalt. Dadurch ist Ihre monatliche Versorgungslücke nicht mehr so groß wie in der 1. Phase. Ihre Absicherung sollte daher auch angepasst werden, da sonst Geld verschenkt wird. Ihr Ruhegehalt steigt während Ihrer Beamtenlaufbahn genauso wie Ihre Pension an. Sind Sie noch relativ jung, ist die Lücke somit recht groß. Im Alter steigt das Risiko aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst auszuscheiden weiter an.

3. Lücke - Pensionslücke

Ihre Pension bemisst sich an Ihren Dienstjahren. Dadurch, dass Sie bei einer Dienstunfähigkeit vorzeitig in den Ruhestand versetzt werden, erhöht sich auch Ihre Pension nicht mehr. Somit haben Sie nicht nur während der Zeit in der Sie nur das Ruhegehalt erhalten eine Lücke, sondern auch eine enorme Lücke, wenn Sie dann tatsächlich in Pension gehen. Junge Beamte können diese aufgrund der langen Zeit noch mit recht kleinem Aufwand schließen. Je älter Sie werden desto schwieriger wird es diese Lücke zu schließen, jedoch ist hier eine genaue Analyse mehr als empfehlenswert.

Bis zu welchem Alter sollte ich abgesichert sein?

Eine Dienstunfähigkeitsversicherung für einen Polizisten sollte sich über die gesamte Beamtenlaufbahn erstrecken, da eine gesundheitliche Beeinträchtigung immer auftreten kann. In jungen Jahren sind die Versorgungslücken die Sie als Beamter haben besonders groß. Im Alter hingegen steigt das Risiko aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst auszuscheiden. Die meisten Gesellschaften begrenzen aus diesem Grund den Versicherungsschutz für Polizisten auf das 55. Lebensjahr, weswegen es umso wichtiger ist, zu vergleichen und einen passenden Schutz für Sie zu finden.

Die wichtigsten Klauseln für einen Polizisten

Neben der speziellen Dienstunfähigkeitsklausel gibt es noch weitere wichtige Klauseln mit denen Sie sich befassen und über die Sie aufgeklärt werden sollen.

Keine zeitliche Einschränkung der DU Klausel

Manche Versicherungsgesellschaften haben zwar auf eine Dienstunfähigkeitsversicherung, halten sich jedoch offen, dass Sie noch einmal nach Berufsunfähigkeits-Kriterien prüfen dürfen. Durch diese Klausel hat die Dienstunfähigkeit somit Berufsunfähigkeits- und nicht Dienstunfähigkeitsqualität!

Teildienstunfähigkeit

Der Dienstherr hat die Pflicht zu prüfen, ob Sie nicht noch teilweise Ihren Dienst ausüben können. Damit Sie auch in diesen Situationen Ihren Lebensstandard halten können, ist eine Teildienstunfähigkeit unbedingt mit abzusichern. Hier unterscheiden die Gesellschaften sich untereinander. Manche Gesellschaften zahlen erst ab 50% Einschränkung gezahlt, andere schon ab 20%.

Verzicht auf konkrete Verweisung

Viele Versicherer stellen die Zahlung ein, wenn Sie einen anderen Job annehmen. Durch die Klausel wird jedoch darauf verzichtet und die Gesellschaft zahlt die monatliche Rente solange sie Versorgungsbezüge erhalten.

Leistung bei Laufbahnwechsel

Aufgrund einer speziellen Dienstunfähigkeit kann es sein, dass Ihnen eine andere Tätigkeit angeraten wird. Eine gute Dienstunfähigkeitsversicherung zahlt auch während der Dauer der Umschulung die Dienstunfähigkeitsrente, sodass Sie nicht auf Ihren Lebensstandard verzichten müssen.

Beitragsdynamik

Das Recht die Beiträge genauso wie die monatliche Rente ohne Gesundheitsprüfung zu erhöhen um den Kaufkraftverlust auszugleichen sollte heute unbedingt in jeden Vertrag miteingeschlossen werden. Die Anpassung kann auch ausgesetzt werden.

Garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall

Hier wird im Gegensatz zur Beitragsdynamik, nicht vor dem Leistungsfall die monatliche Rente erhöht, sondern wenn der Leistungsfall schon eingetreten ist. Der Versicherer verpflichtet sich somit Ihre monatliche Rente jedes Jahr anzupassen.

Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung

Die Nachversicherungsgarantie ist eine unverzichtbare Klausel. Sie erhalten das Recht Ihre Dienstunfähigkeitsrente anzupassen, wenn sich Ihre private Situation durch ein Ereignis ändert.
Bei den meisten Gesellschaften eingeschlossen sind:

  • Heirat

  • Kinder

  • Erwerb einer Immobilie

Ebenfalls wichtig, jedoch nur bei wenigen Gesellschaften vorhanden:

  • nach Besoldungserhöhung durch Beförderung

  • Scheidung

  • Änderung der Gesetze zur Beamtenversorgung

  • Nachversicherung bei Ausscheiden aus dem Beamtenverhältnis und Wechsel in die Privatwirtschaft

Wie gehe ich mit bestehenden Vorerkrankungen um?

Vorerkrankungen müssen natürlich wahrheitsgemäß angegeben werden. Sollten Sie dies nicht tun, tun Sie lediglich sich selbst keinen Gefallen damit, da die Gesellschaft im Leistungsfall die Zahlung verweigert. Jede Gesellschaft geht mit bestehenden Vorerkrankungen unterschiedlich um. So kann es zum Beispiel passieren, dass bei einer Allergie Gesellschaft A den Vertrag unter Normalbedingungen annimmt, Gesellschaft B einen Risikozuschlag von 25% vereinbart und Gesellschaft C die Allergie komplett ausschließt.
Daher sollte wie bei jeder Versicherung mit Gesundheitsfragen unbedingt vorher eine Risikovoranfrage bei den unterschiedlichen Gesellschaften gestellt werden.

Welche Gesellschaften kommen überhaupt in Frage?

Es gibt nicht viele Gesellschaften, die sich mit dem Thema der Dienstunfähigkeit beschäftigen. Noch viel weniger Gesellschaften, die sich wirklich mit der speziellen Dienstunfähigkeit für Polizisten beschäftigen. Hierbei geht die Qualität der Versicherungen stark auseinander. Der Vollständigkeit halber haben wir jedoch alle aufgelistet.

Gesellschaften mit Dienstunfähigkeitsklausel:

  • die Bayerische

  • DBV

  • Debeka

  • Münchener Verein

  • Signal Iduna

 

 

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