Berufsunfähigkeit

Die Arbeitskraft sichert das Einkommen, das Einkommen sichert den Lebensstandard.  Daher sollte jeder Arbeitstätige hier die nötige Vorsorge treffen und die Arbeitskraft absichern, damit man die Existenz gesichert ist. 

Wie der Name „Berufsunfähigkeit“ schon sagt, sichern Sie sich dagegen ab, dass Sie Ihren Job aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können.  
Im Gegensatz zu anderen Versicherungen ist hier der Grund, wie genau es dazu kommt, egal. Krankheiten, Unfälle oder sonstige Beeinträchtigungen sind in gleichermaßen abgesichert


Wieso ist das Thema so wichtig?


Die Arbeitskraft ist das höchste Gut was wir als Mensch besitzen - sie sichert unseren Lebensstandard. Als Hauptverdiener einer Familie bspw. auch noch die Existenz der gesamten Familie. Natürlich gibt es auch noch eine gesetzliche Absicherung, allerdings unter bestimmten Voraussetzungen und Grenzen.
Die genaue staatliche Unterstützung findet ihr hier: Was tut der Staat gegen das Risiko?

Beispiel: 
25-jährige Person mit einem Einkommen von 2000€ Netto 
Bis zu Ihrem 67. Lebensjahr verdient sie somit noch 2000€x12x42=1.008.000€
Einkommenssteigerung 2%/Jahr = 1.556.693,36€
Demnach müssten mehr als 1,5 Millionen Euro abgesichert werden, hier nicht Vorzusorgen ist extrem fahrlässig.

Jeder 3. Arbeiter und jeder 4. Angestellte werden im Laufe des Arbeitslebens berufsunfähig. Das durchschnittliche Alter beträgt circa 51 Jahre. So fehlen bei 2000€ monatlich 624.000€ bis zum Rentenalter.

Die häufigsten Ursachen: 

31% Psychische Erkrankungen und Nervenkrankheiten
21,9% Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates
15,7% Sonstige Erkrankungen
14,1% Krebs und andere bösartige Geschwüre
9,7% Unfälle 
7,6% Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems
Quelle: Morgen & Morgen

Hierbei ist gut zu sehen, dass handwerklich tätige Personen zwar ein höheres Risiko haben berufsunfähig zu werden, aber der Gedanke,: "ich arbeite im Büro mir passiert schon nichts", ein Irrglaube ist.
 

Was tut der Staat gegen das Risiko?


Nach 01.01.1961 geboren, erhält keine monatliche Leistung bei Berufsunfähigkeit mehr! Sie müssen sich unbedingt selber darum kümmern!
 
Der Staat leistet im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung bei Erwerbsminderung.Können Sie wegen Erwerbsminderung nicht mehr oder nur noch stundenweise arbeiten, kann die Deutsche Rentenversicherung mit einer Erwerbsminderungsrente helfen, finanzielle Einbußen abzufedern. 

Die Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente
  • Grundsatz „Reha vor Rente“ - zunächst wird geprüft, ob die Erwerbsfähigkeit durch medizinische oder berufliche Rehabilitation wieder hergestellt werden kann und Sie danach wieder in der Lage sind, Ihren Lebensunterhalt selber zu bestreiten; wenn das nicht möglich ist wird beurteilt, in welchem zeitlichen Umfang Sie noch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können 
  • von diesem Leistungsvermögen hängt ab, ob Sie eine Rente wegen voller oder teilweiser Erwerbsminderung erhalten können (nähere Informationen zu beiden Rentenarten HIER)
  • medizinische Voraussetzung: weniger als sechs Stunden täglich arbeiten können, wird anhand medizinischer Gutachten festgestellt
  • in den letzten 5 Jahren Einzahlung von 36 Monatsbeiträgen in die gesetzliche Rentenversicherung

Zu beachten ist hier, dass nur geleistet wird, wenn überhaupt kein Job mehr ausgeübt werden kann. 
Wenn Sie zum Beispiel den Beruf des Dachdeckers erlernt haben und Ihre Beine nicht mehr voll belasten können, könnten Sie dennoch einen Job als Verkäufer im Lebensmittelladen ausüben. Demnach werden finanzielle Mittel für eine Umschulung beigesteuert, jedoch keine Erwerbsminderungsrente

Die Höhe der Erwerbsminderungsrente liegt im Schnitt bei 700-800€, weshalb Sie ohne zusätzliche Absicherung auf den Staat in Form von Hartz4 angewiesen sind.

Ich entscheide mich für die Berufsunfähigkeitsabsicherung - Worauf muss ich achten?

Neben der Höhe der benötigten monatlichen Rente und dem Gesundheitszustand spielen auch die Laufzeit und das Eintrittsalter in dem ich die Absicherung abschließe eine Rolle. 

Die Höhe sollte immer dem Betrag entsprechen den Sie monatlich zur Verfügung haben müssen um die monatlichen Ausgaben, die Wohnung, aber besonders auch die Altersvorsorge abzudecken
Empfohlen sind 80% des Nettoeinkommens. Es gilt das Bereicherungsverbot - mehr als aktuell verdient wird, kann also nicht abgesichert werden. 
In bestimmten Fällen kann man die Höhe allerdings erhöhen (Gehaltserhöhung, Eheschließung, Geburt etc.). Die genauen Möglichkeiten unterscheiden sich von Gesellschaft zu Gesellschaft. 

Die Laufzeit kann frei gewählt werden.
Hier sollte stets eine Laufzeit bis zum Rentenalter gewählt werden, da man solange schließlich arbeitet und seine Arbeitskraft auch verlieren kann. Allerdings resultieren bei Laufzeiten bis zum 55-63 Lebensjahr günstigere Prämien, daher wird von Vertretern oft solch ein Abschluss empfohlen um hier Prämie zu sparen. 
Wenn man allerdings seine Arbeitskraft verliert wird maximal bis zu dem vereinbarten Alter z.B. 55 geleistet. Von 55-67 Jahren erhalten Sie somit keine Rente mehr und stehen vor einem großen Problem. Das Geld, was vorher bei der Prämie eingespart wurde, wird nun mehrfach verloren. 

Durch den Gesundheitszustand ergeben sich die Konditionen für den Vertrag. 
Aufgrund Vorerkrankungen können sich Risikozuschläge, Ausschlüsse oder die komplette Ablehnung ergeben. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Gesellschaften sind enorm. Beispielsweise kann bei einer Krankheit Gesellschaft A sagen, dass die Erkrankung kein Risiko dar stellt und der Vertrag normal zustande kommt. Gesellschaft B erhebt einen Risikozuschlag und Gesellschaft C lehnt den Antrag generell ab.
Wichtig ist daher ein genauer VERGLEICH - Liegt eine Vorerkrankung vor, muss eine Risikovoranfrage bei allen Gesellschaften durchgeführt werden. Durch die Risikovoranfrage erfahren Sie, zu welchen Bedingungen der Vertrag angenommen wird. 

Es gibt so viele Einschlüsse und Klauseln - welche sind wichtig, welche sinnvoll und welche wichtig?

Verzicht auf abstrakte Verweisung:

  • sehr wichtig
  • man kann nicht auf einen gleichartigen Job verwiesen werden, wenn man den derzeitigen nicht mehr ausüben kann 

Prognosezeitraum von 6 Monaten:

  • sinnvoll
  • Leistungspflicht bereits ab einer voraussichtlichen Arbeitsunfähigkeit von sechs Monaten

Beitragsdynamik:

  • die monatliche Rente sowie der Beitrag steigt jährlich um einen festgelegten Prozentsatz ohne Gesundheitsprüfung
  • sinnvoll, da eine Rentenerhöhung bei Krankheit schwierig/unmöglich wird
  • dient dazu, den Kaufkraftverlust auszugleichen
  • Widerspruch ist möglich 

Leistungsdynamik:

  • nach dem Leistungsfall steigt die monatliche Rente jährlich um einen festgelegten Prozentsatz
  • sinnvoll, um Kaufkraftverlust entgegenzuwirken

Arbeitsunfähigkeitsklausel:

  • sinnvoll
  • eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von 6 Monaten reicht aus, um Leistungspflicht auszulösen 
  • Geldleistung schon vor endgültiger Gesundheitsprüfung 

Ebenfalls wichtig:

  • weltweiter Versicherungsschutz
  • keine Anzeigepflicht nach Vertragsabschluss (bspw. wenn ein gefährliches Hobby dazu kommt) 

 

Fazit

Da die meisten Menschen nur von einer bestimmten Versicherung oder Bank betreut werden, werden bei der Berufsunfähigkeitsabsicherung leider oft Fehler gemacht. 
Wichtig ist hier, dass Sie und Ihre persönlichen Verhältnisse im Mittelpunkt stehen und darauf ein Produkt zugeschnitten wird und nicht, dass wie üblich die Produkte der betreuenden Versicherung/Bank im Mittelpunkt stehen und Ihnen verkauft wird.
 
Daher empfehlen wir unbedingt unabhängigen Berater der einen Überblick über viele Gesellschaften erhalten kann und erst einmal schaut welche Gesellschaft Ihnen einen guten Schutz bietet.

In Kooperation mit Deutschlands fairsten Finanzdienstleister

© Finanzkanzlei Kuhlen - Impressum - Datenschutz